Fertig – nun warte bitte ca. einen Tag, bis die Keramik gut durchgetrocknet ist, danach packe alles wieder bruchsicher ein und bringe es zurück zum Brennen!
Übrigens, gern darfst Du Motive oder Einteilungen mit Bleistift vorzeichnen (bitte nicht zu fest drücken), da dieser rückstandslos im Ofen verbrennt, nur radieren solltest Du besser nicht, da manchmal auf diesen Stellen die Glasur nicht gut haftet!
Wenn die Keramik weiß bleiben soll, brauchst Du keine Grundierung und kannst sofort loslegen, da jede Keramik noch einmal klar glasiert wird, bevor sie bei über 1000°C gebrannt, sie alttagstauglich wird und bei Bedarf auch in die Spülmaschine darf
(Achtung – NICHT in die Mikrowelle)!
Viel Spaß!
FARBSPRITZER
Bei dieser Technik verdünnt man die Farbe, die auf die Keramik gespritzt wird, mit ein wenig Wasser. Alle Bereiche, die nicht mit den Sprenkeln in Berührung kommen sollen, deckt man mit Papier ab.
Sehr gute Ergebnisse erhält man bei der Verwendung einer Zahnbürste, aber auch Pinsel sind gut geeignet. Die Zahnbürste ergibt eher feine Sprenkel, ein Pinsel, den man z.B. vorsichtig ausschlägt, ergibt größere.
Pinsel/Zahnbürste in die flüssige Farbe tauchen und schon darf gesprenkelt werden. Wähle am besten kräftige Farben.
Achtung, da es sehr spritzen kann, wende diese Technik am besten in einer Box oder draußen an!
PUNKTETECHNIK
Die Keramik mit Punkten zu gestalten, birgt unendlich viele Möglichkeiten.
Wild durcheinander, einfarbig, bunt, in Reihen, als Muster, das Gestalten von Mandalas – lass Deiner Kreativität freien Lauf. Die Ergebnisse sehen immer großartig aus!
Zum Punkten eignen sich die Pinselstiele, Zahnstocher, Schaschlik-Spieße, Gabeln oder auch Wattestäbchen.
Hierbei kann man auch helle Farben auf dunklere setzen, da man zum Punkten einen kräftigen Farbauftrag hat und somit auch die helleren Farben nach dem Brand sieht.
Viel Spaß im PunkteGlück!
KLEBEBAND
Das Klebeband kann man nur auf der unbehandelten Keramik anwenden. Auf einer Grundierung klebt es nicht. Mit Hilfe eines Bleistiftes, mit einem Zirkel oder Lineal kann man die Keramik mit Kreisen oder Linien gliedern. Diese Trennlinien oder auch Musterlinien, werden anschließend mit unseren Klebebändern, die es in unterschiedlichen Breiten gibt, abgeklebt. Natürlich kann man die Klebebänder auch ohne Vorlagenlinien nutzen.
Da die Klebebänder sehr formbar sind, sind auch Rundungen gut zu bewerkstelligen.
Nun kann man mit den ausgewählten Farben die entsprechenden Bereiche gestalten. Nach dem Trocknen der letzten Schicht Farbe, zieht man das Klebeband ab und die hellen Linien kommen zum Vorschein.
STICKER
Wie bei der Anwendung des Klebebands, kann man diese am besten auf der unbemalten Keramik oder auch auf einer gut durchgetrockneten Farbe aufbringen und dann übermalen. Jeder Aufkleber ist zweifach zu verwenden, einmal das ablösbare Motiv (Positiv) und auch der dann übrig gebliebene Rahmen (Negativ), indem man die Fläche mit Farbe füllt und dadurch das Motiv abbildet!
BUBBLES
Seifenblasen in den verschiedensten Farben sind ein echtes Highlight beim Keramik bemalen und immer ein wenig überraschend. Am ausdrucksvollsten sind sehr intensive und dunkle Farben, aber auch zarte Farben haben dabei ihren Charme.
Wichtig hierbei ist ein wenig Geduld, da der farbige Seifenschaum, nachdem er auf der Keramik liegt, erst gut eintrocknen muss, bevor man mit der Gestaltung fortfährt!
Man rührt ca. 2 Teelöffel Farbe mit etwas Wasser und 1 Tropfen Spülmittel in einem Becher an, dann pustet man mit einem Strohhalm in das Gemisch, bis die Seifenblasen zum Rand des Gefäßes aufgestiegen sind und zerstößt und verrührt noch einmal alles wieder.
Jetzt hält man den Becher leicht schräg über der Keramik, der Strohhalm bleibt am unteren Rand des Bechers,
da sich dort die meiste Flüssigkeit befindet und dann darf fest gepustet werden!
Die Seifenblasen steigen nun über den Rand des Bechers und fließen auf Deine Keramik.
Bei höheren Gefäßen musst Du ein wenig aufpassen, dass es keine Laufspuren gibt. Lass ruhig so viele Seifenblasen herausschäumen, bis Du den Rand erreicht hast – es sei denn, Du möchtest den Seifenschaum nur punktuell aufbringen.
Nach einer Weile kannst Du die farbigen Muster auf Deiner Keramik bewundern, aber Achtung – Suchtgefahr 😊!
Diese Technik empfehle ich immer auf der Rohkeramik anzuwenden, also ohne Grundierung, da so die Muster der Seifenblasen am deutlichsten erscheinen.
PAUSPAPIER
Du hast ein Bild, das Du gern auf der Keramik verewigen möchtest? Kein Problem!
Mit Hilfe des speziellen Keramikpauspapieres, kannst Du alle Vorlagen ganz einfach mit einem Kugelschreiber und etwas Druck auf Deinen Rohling übertragen und das übertragene Bild oder die Schrift dann mit den Keramikfarben nachmalen und farbig gestalten.
Fertig!
STEMPEL
Zum Stempeln braucht man ein wenig Ruhe und Zeit.
Auf die Stempel wird nur eine ganz dünne Farbschicht aufgetragen, also nimmt man auch hierbei sehr kräftige und dunkle Farben, um einen guten Abdruck zu erzielen. Ist die Keramik mit einer anderen Farbe grundiert, empfehle ich schwarz zu wählen.
Zuerst wird ein Schwämmchen in die Farbe getunkt – das Stempelkissen - diese lässt man ein bisschen einziehen, so dass man die Schwammporen sehen kann. Im zweiten Schritt tupft man damit die Farbe ganz zart auf den Stempel, um nur die Umrisse mit Farbe zu bedecken und nicht die Zwischenräume!
Probiere es in jedem Fall erst auf einem Blatt Papier aus, bevor Du auf die Keramik stempelst.
Setze den Stempel möglichst gerade auf, damit Du nicht die Ränder mit abdruckst und lass ihn für ein paar Sekunden auf der Keramik, damit die Farbe einziehen kann.
MARMORIEREN
Beim Marmorieren werden die Farben zuerst mit etwas Wasser verdünnt, damit sie fließen. Dazu füllst Du jede gewählte Farbe in ein kleines Kunststoffschälchen (sind im Koffer beigelegt) und verrührst sie mit ein wenig Wasser. Nun kannst Du die Farben nacheinander und in der gewünschten Menge auf Deine Keramik laufen lassen, die Du dann langsam schwenkst, um die Laufrichtung der Farben und die Marmorierung zu beeinflussen. Man kann auch nacheinander noch punktuell Farbe nachgeben, um weitere Akzente zu setzen. Wichtig ist nur, dass die Farben noch fließen und nicht schon angetrocknet sind. Wenn man das erste Mal marmoriert, ist der Innenraum einer Schale am einfachsten, da man diese gut halten und schwenken kann und die Farbe in der Schale bleibt. Außenflächen sind immer schwieriger.
Stelle beim Marmorieren am besten immer eine flache Schale bereit, in die die überschüssige Farbe laufen kann.
SGRAFFITO
Sgraffitto ist eine Kratztechnik. Als erstes grundierst Du Deinen Keramikrohling mit einer von Dir gewählten Farbe 3x - warte bitte zwischen den einzelnen Schichten immer ein wenig, bis die Farbe pudrig angetrocknet ist, erst danach folgt die nächste Farbschicht! Sei beim Farbauftrag nicht zu sparsam, damit Dein Ergebnis auch gut zur Wirkung kommt. Sind alle 3 Schichten aufgetragen und leicht angetrocknet, darfst Du mit Deinem Bild/Muster beginnen. Dazu benutzt Du bitte die spitze Seite eines Holzstäbchens wie einen Stift, mit dem Du mit Druck in die Farbe malst und diese somit wegkratzt. Die dabei entstehenden Krümel, die überschüssige Farbe, sind anfangs noch feucht, fege sie bitte erst nach dem Antrocknen mit einem Pinsel weg.
Eventuell muss nun an einigen Stellen noch einmal nachgekratzt werden, wenn sich Farbe in die ausgekratzten Linien festgesetzt hat.
SIEBDRUCK
Siebdrucke werden mit speziellen Folien hergestellt, bei denen man die vorher angedickte Farbe durch ein dünnes Netzgewebe streicht und somit das Motiv auf die Keramik druckt.
Ob Wörter, Sprüche oder Motive, wie z.B. Blumen, Tiere oder auch verschiedene Muster, hierbei ist fast alles möglich.
Zuerst trägst Du eine Deinem Motiv entsprechende Farbmenge auf einen kleinen Teller auf, streust etwas von dem Siebdruckpulver darüber, so dass die Farbe gut damit überpudert ist, dann vermengst Du beides mit einem Finger, bis keine Klümpchen mehr vorhanden sind und die Masse von der Konsistenz her an Zahnpasta erinnert.
Nun platzierst Du deine Schablone auf der Keramik und hältst sie mit der einen Hand glatt und fest und streichst mit dem Finger der anderen Hand Deine angerührte Farbe durch das Gewebe – nimm nicht zu viel Farbe, da das Motiv sonst vielleicht nicht filigran genug abgebildet wird - jedoch genug, damit alle Feinheiten auch auf der Keramik zu sehen sind.
Bevor Du Deine Schablone ganz löst, hebe am besten eine Ecke an und schau nach, ob alles gut abgebildet ist.
So kannst Du eventuell nachbessern, ohne das Motiv zu verschieben.
Wenn Du zufrieden bist, kannst Du die Schablone abnehmen und am besten sofort unter lauwarmem Wasser abspülen, da die Schablonen wiederverwendet werden können.
Siebdrucke wirken am ausdrucksvollsten in schwarzer Farbe, vor allem, wenn sie auf einer anderen Farbe aufgetragen werden.
Soll es kein Schwarz sein, wähle eine sehr dunkle Farbe, die einen großen Kontrast zu Deiner Untergrundfarbe hat, damit das Motiv nach dem Brand auch deutlich zu erkennen ist!
Siebdruckfolien kannst Du bei mir im Malstudio kaufen, es ist immer eine Auswahl vorhanden,
das Pulver gibt es natürlich dazu!
Schaschlikspieße und Zahnstocher - beides sind kleine Wunderwaffen um Patzer beim Farbauftrag einfach wegzukratzen, wie ein Radiergummi – aber Achtung, benutze nie die Spitze, sondern schabe eher flach die obere verpatzte Farbschicht ab und bessere diese mit der Grundfarbe gegebenenfalls wieder aus.
Ist die Keramik schon gut durchgetrocknet, hilft Dir auch Schmirgelpapier, um oberflächlich die kleinen Fehler einfach wegzuschmirgeln. Bitte vorsichtig und mit Gefühl!
Manchmal hilft auch einfach ein MEHR an Farbe in Form von Sprenkeln, Punkten, kleinen Herzen, etc. und der Farbfleck verschwindet im Gesamtkunstwerk, probier’s ruhig aus und sei überrascht 😉.
Wenn das alles nicht geholfen hat und Du völlig frustriert und traurig vor Deinem Werkstück sitzt, hilft im äußersten Notfall vielleicht das Abwaschen der ganzen Farbe, des kompletten Rohlings. Dann heißt es jedoch warten! Der Rohling muss erst wieder komplett durchgetrocknet sein, bevor Du erneut startest.
Da die Rohkeramik sehr porös ist, kann das schon mal eine Zeit dauern. Je nachdem mit welcher Farbe Du gemalt hast, kann es sein, das dunkle Schlieren zurückbleiben – dann hilft nur vollflächig Farbe satt auftragen und darauf weitermalen und alles ist gerettet.
Ich drücke mal die Daumen, dass Ihr diese Tipps für Euer Kunstwerk gar nicht braucht.
Viel Erfolg!